Kita-Broschüre in sieben Sprachen als erste Verständigungshilfe

Projekt des Reckenberg-Berufskollegs baut Sprachhürden ab und erleichtert Integration In allen Kindertagesstätten (Kita) im Rheda-Wiedenbrücker Stadtgebiet sowie in zahlreichen weiteren Kitas im gesamten Kreisgebiet gibt es für nicht bzw. wenig deutsch sprechende Eltern nun eine große Hilfe bei der Verständigung mit den Erziehern: Das Reckenberg-Berufskolleg hat in einem Projekt gemeinsam mit Schülern eine mehrsprachige Kita-Broschüre erstellt, in der wichtige Informationen fach- und verständnisgerecht in insgesamt sieben Sprachen aufgeführt sind. Maßgeblich beteiligt waren vor allem Schülerinnen und Schüler der internationalen Klassen. Die Lehrerinnen Fabiola Linnenberg-Masi und Dr. Julia Reimer unterrichten beide Deutsch als Fremdsprache am Reckenberg-Berufskolleg und haben selber auch Kinder in Rheda-Wiedenbrücker Kitas. „Wenn man jeden Tag sieht, wie schwierig es für nicht deutsch sprechende Eltern, aber auch für die Erzieher in den Einrichtungen ist, bestimmte Regularien von Tagesabläufen, Festen, Mitbringlisten oder Einverständniserklärungen zu verstehen bzw. zu erklären, wird schnell klar, dass hier Handlungsbedarf besteht“, erklärt Fabiola Linnenberg-Masi. Als einzige Einrichtung im gesamten Kreis Gütersloh werden am Reckenberg-Berufskolleg Erzieher ausgebildet. Zudem werden dort auch Fachoberschüler beschult, die ihr Jahrespraktikum im Kindergarten machen. Insofern bestehen sehr gute Kontakte zwischen der Schule und den heimischen Kita-Einrichtungen. Außerdem gibt es seit dem Schuljahr 2014/15 fünf internationale Klassen, in denen Schülerinnen und Schüler mit Zuwanderungshintergrund Deutsch lernen, ihre Sprachkompetenz erweitern und eine erste berufliche Orientierung erhalten. So wurde das Projekt geboren, die Bildungseinrichtungen gemeinsam auf den Weg zu schicken, eine Broschüre für den Kindergartenalltag in verschiedenen Sprachen zu erstellen. Entstanden ist ein 90-seitiges Heft, das in acht Kapiteln ausführliche Informationen rund um das Leben im Kindergarten in sieben verschiedenen Sprachen vorhält. Die Sprachen sind neben Englisch auch Bulgarisch, Rumänisch, Arabisch, Kurdisch (Kurmandschi), Persisch (Dari/Farsi) und Russisch. Die Auswahl wurde unter den Sprachen getroffen, die sehr häufig bei neu zugewanderten Familien anzutreffen sind und die auch von Schülern der internationalen Klassen gesprochen werden. Die beiden Pädagoginnen berichten, dass die Schüler mit sehr viel Akribie und Hingabe die Übersetzungen getätigt haben: „Für unsere Schüler war es eine ganz tolle und wichtige Erfahrung zu sehen, wie sehr ihre Sprachkenntnisse und Kompetenzen uns hier vor Ort bei der Integration helfen“, resümieren Linnenberg-Masi und Reimer. Zusätzlich haben Auslandsstudenten der Universität Bielefeld bei den Übersetzungen unterstützt bzw. diese auf ihre Richtigkeit und Verständlichkeit überprüft. Die Broschüre startet in Kapitel eins mit einer Mitbringliste für den Start in den Kindergarten, der Erklärung von typischen Tagesabläufen, Bring- und Abhol- und Betreuungszeiten, Gruppenstrukturen sowie Tipps für ein gesundes Frühstück. „Insbesondere bei sensiblen Bereichen, wie etwa der Phase der Eingewöhnung oder der gängigen Verfahren zur Abmeldung des Kindes bei Krankheit, war es uns wichtig, den Eltern leicht verständliche Erklärungen an die Hand geben zu können, so dass diese auch wirklich nachvollziehen können, wie im Kindergarten gearbeitet wird und was die Kinder dort erfahren“, erläutert Dr. Julia Reimer. Einen breiten Raum nehmen auch die Erklärungen zu Elterngesprächen und Entwicklungsgesprächen ein. Auch der Bereich der Feste und Feierlichkeiten, sei es der Ablauf des eigenen Geburtstages des Kindes oder das Weihnachtsfest, Karneval oder das Laternenfest, finden entsprechend Berücksichtigung. Als Service für das Kita-Personal sind sogar Kopiervorlagen für Kita-Briefe, so z.B. Einladungen, Einverständniserklärungen sowie Rückmeldungen für Veranstaltungen und Mitbringlisten für Feste, in den sieben verschiedenen Sprachen beigefügt. Das Heft schließt mit einem liebevoll gestalteten Bilderglossar. Darin enthalten sind unter anderem Sonnenhut und Sonnencreme oder Wechselwäsche oder Matschhose und Gummistiefel, Hausschuhe und natürlich das Kuscheltier, das beim Start in die Kita natürlich nicht fehlen darf. Inzwischen sind die Broschüren nicht nur in Rheda-Wiedenbrück, sondern in allen Kindertageseinrichtungen verteilt worden, in denen auch Schüler bzw. Studierende des Reckenberg-Berufskollegs ihre Praktika absolvieren.

Die beiden Pädagoginnen Fabiola Linnenberg-Masi und Dr. Julia Reimer (hinten v.l.) präsentieren mit den Schülerinnen Irina Kushnirova, Zeyna Hassan, Elham Hassan, Mariia Leven (v.l.n.r.) die siebensprachige Kita-Broschüre, die im Reckenberg-Berufskolleg entstanden ist.

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