Mit „Glüxxit“ Gefahren von Glücksspielsucht erkennen und eigenes Verhalten kritisch hinterfragen

„Glüxxit – wer nicht zockt, gewinnt“ - ein Präventionsprojekt, an dem sich kürzlich zwei Klassen der Ausbildungsvorbereitung des Reckenberg-Berufskollegs beteiligt haben. Begleitet von ihren Lehrern und den an der Schule tätigen Schulsozialarbeitern spielten sich die Jugendlichen mittels Fernbedienung und Keypad durch ein interaktives Quiz zum Thema Glücksspielsucht. Nach einem kurzweiligen Einstieg über Wissens- und Einschätzungsfragen setzten sie sich anschließend intensiv mit den Gefahren von Glücksspielen auseinander. Die in Bielefeld ansässige Landeskoordinierungsstelle Glücksspielsucht NRW entwickelte gemeinsam mit dem Arbeitskreis gegen Glücksspielsucht Unna, der Caritas Neuss und dem Diakonischen Werk Herford im Auftrag des nordrhein-westfälischen Gesundheitsministeriums das Präventionsprojekt Glüxxit für Berufskollegs. Durchgeführt wurde das Projekt von den Suchttherapeuten Horst Brönstrup und Janina Kollmeier. Den Schulsozialarbeitern vor Ort ist die mögliche Gefahr von häufigem Glücksspiel gerade auch bei Jugendlichen durchaus bewusst. Daher haben die Fachleute von Pro Arbeit das Projekt an die Schule geholt und aktiv begleitet. Die Bezeichnung „Glüxxit“ – eine Zusammensetzung der Wörter Glück(sspiel) und Exit - spiegelt die Problematik wieder: Häufiges Glücksspiel kann süchtig machen. Spielotheken und Glücksspielangebote im Internet sind allgegenwärtig und üben insbesondere auf junge Männer eine große Anziehungskraft aus. So können auch Schüler und Schülerinnen der Verlockung des vermeintlich schnellen Geldes erliegen. Genau dies kann jedoch in eine Glücksspielabhängigkeit führen, die wiederum weitere Probleme, wie z.B. Verschuldung oder soziale Isolation, nach sich ziehen kann. Allein an den 217 Geldspielgeräten in Rheda-Wiedenbrück wurden 2018 insgesamt 6,1 Millionen Euro verspielt, machten die Suchttherapeuten Horst Brönstrup und Janina Kollmeier vom „Glüxxit“-Team den Schülerinnen und Schülern deutlich. „Bei den Jugendlichen in der Ausbildungsvorbereitung am Reckenberg-Berufskolleg kam „Glüxxit“ sehr gut an“, berichtet Schulsozialarbeiterin Franziska Linnemann. Sie weiß, dass insbesondere im Internet für Jugendliche „Wettgefahren“ in Form von Fußball- und Sportwetten, Live- und Online-Wetten lauern. Nicht nur mittels Fragen, sondern auch durch Einspielfilme mit Erlebnissen von Glücksspielern und Expertenaussagen erhielten die Schülerinnen und Schüler einen guten Überblick über die Thematik, die spannend, authentisch und vor allem zielgruppengerecht aufbereitet worden war. Reflektierend berichteten die Schülerinnen und Schüler auch von eigenen oder im Freundes- und Familienkreis gemachten Erfahrungen mit Glücksspielen. So gelang auf spielerische Weise eine Sensibilisierung für das Thema. Dass der Ausgang bei Glücksspielen vom Zufall abhängt, sich gar nicht beeinflussen lässt und auch Übungseffekte zu keinem besseren Spielergebnis führen, waren wichtige Erkenntnisse, die die Schülerinnen und Schülern nach der 90-minütigen Lerneinheit mitnahmen. Mit dem Projekt „Glüxxit“ werden die Jugendlichen sensibilisiert, einen anderen Blick auf die Glücksspielbranche und deren Gefahren zu werfen und ihr eigenes Verhalten bzw. den Umgang mit solcher Art von Spielen kritisch zu überdenken.

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