Markt der Zukunft an Berufskollegs im Kreis Gütersloh:

Jugendliche mit Zuwanderungshintergrund zu Schulabschlüssen beraten Vier Berufskollegs im Kreis Gütersloh haben kürzlich erstmals gemeinsam zu einem „Markt der Zukunft“ eingeladen, um Schülerinnen und Schülern mit Zuwanderungs- und Fluchthintergrund die Möglichkeiten verschiedener Wege der beruflichen Bildung mit Schulabschluss vorzustellen. Rund 70 junge Deutschlerner, die derzeit in fünf sogenannten internationalen Klassen vor allem die deutsche Sprache erlernen und den einfachen Hauptschulabschluss erwerben, konnten anschließend in Form von zwei Praxistagen in den Unterricht der Berufsfachschulen am Reckenberg-Berufskolleg und Ems-Berufskolleg in Rheda-Wiedenbrück sowie am Carl-Miele-Berufskolleg und Reinhard-Mohn-Berufskolleg in Gütersloh hineinschnuppern. Gute Deutschkenntnisse sind neben dem Schulabschluss nach wie vor Voraussetzung für eine spätere Berufsausbildung. Das gilt insbesondere für Jugendliche mit Zuwanderungshintergrund, für die es wichtig ist, in Deutschland eine passende berufliche Zukunft zu planen und sich natürlich auch in der deutschen Sprache weiter zu üben. Hierfür bietet die Schulform des Berufskollegs verschiedene Möglichkeiten. So kann in ein- bzw. zweijährigen Berufsfachschulen neben dem Hauptschul- bzw. dem Realschulabschluss bei guten Noten auch der Qualifikationsvermerk für ein späteres Abitur erlangt werden. Ebenso ist das Erreichen einer Fachhochschulreife möglich. Die Berufsfachschulen bieten zusätzlich zu den allgemeinbildenden Fächern auch berufsbezogene Praxisfächer und Praktikumsphasen an, beispielsweise für die Bereiche Bau, Holz, Metall, Ernährung und Versorgung, Elektrotechnik, KFZ oder Wirtschaft und Verwaltung. Weiterhin können an den Berufskollegs auch Schulabschlüsse mit einem Berufsabschluss als Kinderpfleger, Sozialassistent oder Serviceassistent kombiniert werden. Wer bereits einen deutschen Schulabschluss erreichen konnte, für den kann auch eine weitere Qualifizierung zur Fachhochschulreife z.B. in den Bereichen Gestaltung, Verwaltung oder Bautechnik/Holz/Metall, interessant sein. Auch hier stellen die Berufskollegs im Kreis Gütersloh ein entsprechendes Angebot zur Verfügung. „Unser Anliegen ist es, jungen Leuten aus den Sprachklassen oder mit entsprechendem Migrationshintergrund bei der beruflichen Orientierung zu unterstützen. Hierzu stellen wir die Berufsfachschulen vor und bieten an zwei Tagen den hospitierenden Unterrichtsbesuch in diesen Klassen an“, fasst Koordinator Klaus Steinmetz vom Reckenberg-Berufskolleg zusammen. Die Vielfalt der Möglichkeiten sei groß und manch einer verliere hier die Übersicht, welche Möglichkeiten sich für eine schulische Weiterbildung böten. Denn nach dem Besuch einer Sprachklasse und dem einfachen Hauptschulabschluss sollte möglichst nicht Schluss sein mit dem Deutschlernen, sondern ein weiterer Schulabschluss mit entsprechender beruflichen Perspektive in Angriff genommen werden, unterstreicht auch Koordinator Martin Kreutzkamp vom Carl-Miele-Berufskolleg. Nur so könne der Weg auch in eine erfolgreiche Ausbildung münden. Flankierend standen auch die Sozialarbeiterinnen und -arbeiter der vier Berufskollegs bei der Organisation und Planung zur Seite. Mit dem offiziellen Anmelde- und Beratungstag am Samstag, dem 1. Februar von 9 bis 13 Uhr an allen Berufskollegs im Kreis Gütersloh startet die Anmeldephase für interessierte Jugendliche.

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