„Fit für die Ausbildung“: Jugendliche sind bereit für Arbeitswelt

Reckenberg-Berufskolleg und Osthushenrich-Stiftung stellen Zwischenbericht ihres Projekts vor

Eine frisch renovierte und umgestaltete zweite Metallwerkstatt am Reckenberg-Berufskolleg ist eines der jüngsten Ergebnisse des Projektes „Chancen geben – Chancen nutzen“, das von der Gütersloher Osthushenrich-Stiftung gefördert wird. In Eigenregie mit pädagogischer sowie handwerklicher Unterstützung der beiden Werkstattlehrer Marcus Kersting und Sebastian Brachaczek haben sich die Projektschülerinnen und -schüler damit einen erweiterten Lern- und Arbeitsplatz geschaffen. Darauf sind auch Schulleiterin Elke Brost und Projektleiterin Janka Tschorn stolz.

Im dritten Schuljahr fördert die Osthushenrich-Stiftung das Projekt, das am Reckenberg-Berufskolleg durchgeführt wird. Ziel ist es, Schülerinnen und Schüler fit für eine Ausbildung zu machen. Insgesamt 30 Jugendliche der Berufsfachschule 2 in den Fachbereichen Bau- und Holztechnik, Metalltechnik und Gestaltungstechnik nehmen derzeit an der Maßnahme teil. Geschäftsführerin der Stiftung, Claudia Holle, stattete kürzlich der Schule einen Besuch ab, schaute den Schülerinnen und Schülern in Maler- und Holzwerkstatt über die Schultern und nahm auch die umgestaltete Metallwerkstatt in Augenschein.

Dass die jährliche Fördersumme von 37.000 Euro gut angelegt ist, zeigte sich schon im letzten Schuljahr deutlich, denn über 70 Prozent der Teilnehmer konnten sich einen Ausbildungs- oder schulischen Weiterbildungsplatz sichern. Und obwohl das diesjährige Schuljahr durch die Corona-Pandemie alles andere als einfach war und die zum Beispiel üblichen mehrwöchigen Praktika in heimischen Betrieben nicht oder nur teilweise durchgeführt werden konnten, haben zahlreiche Jugendliche bereits eine Zusage für eine Ausbildung erhalten. Das ist auch der guten Zusammenarbeit mit dem von der Stiftung finanzierten Übergangscouch zu verdanken.  Fachbereich übergreifendes Kernprojekt in der Schule war unter anderem die Renovierung der zweiten Metallwerkstatt. Die Nutzung der weiteren Räumlichkeit macht ein kontinuierliches Arbeiten mit den Schülerinnen und Schülern in Präsenz vor Ort und mit dem nötigen Mindestabstand reibungslos möglich. So wurden zunächst Altbestände entsorgt bzw. renoviert. Unter Regie der Werkstattlehrer wurden Werkbänke, die an anderer Stelle nicht mehr benötigt wurden, demontiert und im Reckenberg-Berufskolleg wieder aufgebaut. Werkschränke und Wandverkleidungen wurden neu lackiert, Wände gestrichen und neue Werkzeuge im Wert von 5000 Euro von der Stiftung angeschafft. „Auf diese Weise erweitern die Jugendlichen Selbstständigkeit, Zeitmanagement, Teamfähigkeit, Planungs- und Handlungskompetenzen und können ihrem zukünftigen Ausbildungsbetrieb konkrete Fähigkeiten und Endprodukte präsentieren“, erläutert Janka Tschorn, die am Reckenberg-Berufskolleg die Abteilung der Ausbildungsvorbereitung leitet. In diesem Schuljahr sei beispielsweise von jedem Schüler ein Grill gefertigt worden.

Neben den Werkstatt- und Fachlehrern stehen den Jugendlichen zur Betreuung auch ein Übergangscoach und Schulsozialarbeiter zur Seite. Viele der Teilnehmer haben einen Migrationshintergrund. Für den Unterricht stellen sich hier besondere Herausforderungen, wie etwa die intensive Förderung des Deutschlernens in der beruflichen Kommunikation und Schriftsprachlichkeit, damit künftig auch eine Ausbildung erfolgreich sein kann. „Die Osthushenrich-Stiftung leistet mit ihrer Unterstützung einen überaus wichtigen Beitrag, um Jugendliche, deren bisheriger Schulweg nicht immer von Erfolg begleitet und durchaus auch schwierig war, in eine erfolgreiche Ausbildung zu bringen. Wir haben im vergangenen Schuljahr gesehen, dass die intensive Förderung vielfältig und anstrengend, aber auch lohnend ist“, resümiert Schulleiterin Elke Brost. „Dies würden wir auch sehr gern weiterführen.“

Claudia Holle von der Osthushenrich-Stiftung (2.v.l.) nahm mit Werkstattlehrern Sebastian Brachaczek, Marcus Kersting (l.), Abteilungsleiterin Janka Tschorn, Schulleiterin Elke Brost und einigen Schülern die frisch renovierte Metallwerkstatt in Augenschein.

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