„Chancen geben - Chancen nutzen - Fit für die Ausbildung“

Vermittlungsquote in Ausbildung trotz Corona erreicht Osthushenrich-Stiftung fördert Projekt am Reckenberg-Berufskolleg für weitere zwei Jahre Der Vorstand der Osthushenrich-Stiftung hat jüngst beschlossen, den Antrag des Reckenberg Berufskollegs Rheda-Wiedenbrück auf weitere Bezuschussung des Projektes „Chancen geben - Chancen nutzen - Fit für die Ausbildung“ weiter zu unterstützen. Im Schuljahr 2020/2021 sind dafür 36.974 Euro vorgesehen, und im darauffolgenden Schuljahr 2021/2022 weitere 39.457 Euro. Mit der guten Nachricht im Gepäck absolvierte kürzlich Claudia Holle, die am 1. November das Amt der Geschäftsführung der Osthushenrich-Stiftung von Dr. Burghard Lehmann übernimmt, ihren Antrittsbesuch im Reckenberg Berufskolleg. Wir freuen uns riesig über die Gesamtsumme von 76.431 Euro und dass wir in den nächsten beiden Schuljahren unsere Schüler weiter auf dem Weg in die Ausbildung unterstützen können“, bringt Projekt- und Abteilungsleiterin Janka Tschorn vom Reckenberg-Berufskolleg die Stimmung im Pädagogenteam auf den Punkt. Bereits seit zwei Jahren arbeiten Lehrer, Sozialarbeiter und die Osthushenrich-Stiftung Hand in Hand, um Jugendlichen bessere Startmöglichkeiten in ein Berufsleben zu ermöglichen. Denn in manchen Fällen braucht es mehr als den üblichen Schulbesuch, an dem sich im Idealfall nahtlos eine Ausbildung anschließt. Es gibt Jugendliche mit Startschwierigkeiten aus den verschiedensten Gründen, bei denen eine besondere Unterstützung notwendig ist. Und der bisherige Erfolg gibt allen Beteiligten Recht: Während im Jahr 2019 über 65 Prozent der am Projekt teilnehmenden Schüler in eine Ausbildung vermittelt werden konnten, liegt die Quote für dieses Schuljahr mit Ausbildungsstart im August und September immerhin bei derzeit rund 46 Prozent. „Die geringere Zahl ist der Corona-Pandemie geschuldet“, erklärt Janka Tschorn, die aber auch weiß, dass einige der Jugendlichen noch auf eine Zusage warten, so dass sich der Anteil der Vermittlungen noch erhöhen könnte. Einige der jungen Leute (knapp 7 Prozent) machen das Fachabitur als nächsthöheren schulischen Abschluss oder befinden sich seit Beginn des Schuljahres in einer berufsvorbereitenden Maßnahme (7 Prozent). Pro Schuljahr sind es insgesamt 30 Jugendliche der Berufsfachschule B 2 aus den Fachbereichen Bau-, Holz, Metall- und Gestaltungstechnik, die beim Projekt „Chancen geben -Chancen nutzen – Fit für die Ausbildung“ mitmachen können. Im letzten Schuljahr hatten in dieser Gruppe 20 Schüler einen Migrationshintergrund und eine andere Muttersprache als Deutsch. Einige sind erst seit wenigen Jahren in Deutschland. Das bedeutete in vielen Bereichen eine besondere Herausforderung, z.B. Unterstützung beim Deutschlernen, in der Kommunikation und der Schriftsprachlichkeit, intensive Begleitung des Bewerbungsprozesses, Förderung im Umgang mit dem Computer und individuelle Förderung im Unterricht. Gerade beim „Lernen auf Distanz“ während der Corona-Pandemie war die individuelle Unterstützung durch Hardware, Einarbeitung in Online-Programmen und die Vorbereitung auf Vorstellungsgespräche besonders wichtig. Was in den letzten Monaten – soweit Corona es zuließ - weiter auf dem Stundenplan stand, waren beispielsweise spezielle Bewerbungstrainings und Firmenbesichtigungen, aber auch Angebote mit der Agentur für Arbeit oder der Besuch von Ausbildungsbörsen und Ausbildungsbotschaftern. Dazu kam eine schulinterne Lehrerfortbildung, damit die im Unterricht eingesetzten Pädagogen fachgerecht und zielgruppenspezifisch agieren können. Kontinuierliche Begleitung erhalten alle Jugendlichen auch im Bereich der sozialen Unterstützung durch einen Übergangscoach. Diesen Part übernimmt Sozialarbeiterin Gabi Paulsen. Ganz neu eingeführt wurde das Fach „BO“ (Berufsorientierung). Für die nächsten Schuljahre soll das Programm, das die Schüler durchlaufen, noch weiter etabliert werden, z.B. durch weitere Praktika und mehr Kooperation mit Firmen vor Ort, bei denen sich die Schüler selber ein Bild von einem möglichen späteren Arbeitgeber machen und sich und ihre Fähigkeiten und Interessen ausloten können.

Claudia Holle, designierte Geschäftsführerin der Osthushenrich-Stiftung (4.v.l.) besuchte zusammen mit Sozialarbeiterin und Übergangscoach Gabi Paulsen (2.v.l.) die Gestalterwerkstatt am Reckenberg-Berufskolleg. Die Schülerinnen und Schüler nehmen am Projekt „Chancen geben - Chancen nutzen - Fit für die Ausbildung“ teil.

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