Expertenchat im Klassenzimmer über digitale Bildung und Arbeit der Zukunft

Mit Beginn des 21. Jahrhunderts lässt sich ein erneuter grundlegender Wandel in der Produktionsweise erkennen, der den Charakter einer digitalen Revolution besitzt. Welche konkreten Auswirkungen diese Entwicklung auf den Arbeitsalltag eines jeden Einzelnen haben wird ist noch nicht absehbar. Aber eines ist sicher: Die Arbeit wird durch den unaufhaltsamen technologischen Fortschritt in naher Zukunft vernetzter, digitaler und flexibler sein. Experten umschreiben diese derzeitige Phase der sich rasant verändernden Anforderungen im Beruf mit dem Begriff Arbeiten 4.0. Wie können Jugendliche für den Arbeitsmarkt der Zukunft fit gemacht werden? Die Unterstufe des beruflichen Gymnasiums am Reckenberg Berufskolleg ging aktuell der Frage nach, wie notwendige digitale Kompetenzen, also eine Bildung 4.0 - bereits in der Schule erworben werden können. Hierzu ist es dem Politik- und Gesellschaftslehrer Thomas Koch gelungen, seinen Schülerinnen und Schülern einen namhaften Experten per Live-Chat über das Internet ins Klassenzimmer zu schalten.

Gemeinsam diskutierten die Jugendlichen mit Prof. Dr. Christoph Igel nicht nur über den Einfluss des technologischen Fortschritts auf die Bildung, sondern vor allem auch darüber, dass sowohl die (Berufs)Schule als auch die Schüler selber künftig mehr digitale Kompetenzen entwickeln müssen, um für die Arbeit 4.0 gerüstet zu sein. Neben seinen Lehraufträgen in Berlin und Shanghai/China beschäftigt sich Prof. Igel als wissenschaftlicher Direktor und Geschäftsführer des Kompetenzzentrums "Center for Learning Technology" im Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz exakt mit der Thematik, die die Lerngruppe des Beruflichen Gymnasiums in ihrer Unterrichtsreihe derzeit bearbeiten. „Vor rund zehn Jahren hat unser wissenschaftliches Institut aktiv an der Entwicklung des Siri-Sprachsystems beim iphone mitgewirkt“, erklärte er den Schülerinnen und Schülern, um einen vorstellbaren Einblick in seine Tätigkeit zu geben. Insgesamt verantwortet der Experte zahlreiche nationale und internationale Forschungs-, Innovations- und Beratungsprojekte zu technologiebasierter Bildung und Qualifizierung, Informations- Wissensmanagement sowie intelligenten Bildungsnetzen und Wissensdiensten.

Die Fragen und Diskussionsaspekte hatten die Schülerinnen und Schüler in ihrem Unterricht vorab bestens vorbereitet. Prof. Igel fand klare Worte, um deutlich zu machen, dass allein die Nutzung von internetfähigen Endgeräten noch lange kein Indiz für Medienkompetenz sei. Und die brauche man, wenn es um Arbeit 4.0 gehe. Hier müsse Bildung 4.0 ansetzen, um Schülern entsprechendes Wissen zum Umgang und den Möglichkeiten digitaler Techniken zu vermitteln. Live-Chats, so der Experte, müssten künftig auch in der Schule zur Selbstverständlichkeit werden. Virtuelle Klassenräume könnten mit Präsenzzeiten in der Schule kombiniert werden und vor allem Lehrer müssten aktiv die digitalen Möglichkeiten nutzen. Von jungen Menschen in Deutschland wünschte sich Prof. Igel insgesamt ein größeres Engagement und Interesse, wenn es um die Nutzung digitaler Medien gehe. Dass deutsche Schulen in internationalen Vergleichen oft hinterherhinken würden, könne auch daran liegen, dass Jugendliche zu gesättigt seien, wenn es um die intelligente Nutzung digitaler Technik gehe.

Das Resümee, das sowohl die Schülerinnen und Schüler des Beruflichen Gymnasiums als auch Lehrer Thomas Koch nach dem Experten-Talk zogen, war durchweg überaus positiv. „Unser Experten-Livechat hat deutlich gemacht, wie Bildung 4.0 funktionieren kann“, fasste Koch zusammen. Für den schülerorientierten Unterricht sei es ideal, Fachwissen mittels digitaler Vernetzung zu vermitteln.

Live von der Universität Chemnitz im Klassenzimmer des Beruflichen Gymnasiums am Reckenberg Berufskolleg zugeschaltet: Im Experten-Chat diskutierte Prof. Dr. Christoph Igel (Leinwand im Hintergrund) mit Schülerinnen und Schülern. Die Fragen stellten Till Johanndeiter, Lara Ströer, Kimberly Schade und Antonia Bartels mit Lehrer Thomas Koch.

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