Zehntklässler erleben Berufspraxis am Berufskolleg

Wie soll es nach der zehnten Klasse weitergehen? Welche berufliche Richtung könnte Spaß machen? Oder ist ein höherer schulischer Abschluss eine Möglichkeit, den Weg zu einem Beruf einzuschlagen? - Vor diesen wichtigen Fragen stehen Jahr für Jahr Jugendliche im ganzen Land. Insgesamt rund 60 Schülerinnen und Schüler aus jeweils zwei zehnten Klassen und einer Migrationsklasse der Ketteler Hauptschule und der Matthias-Claudius-Haupt- und Gemeinschaftsschule in Rheda-Wiedenbrück „schnupperten“ kürzlich in die Welt eines Berufskollegs hinein. Im Reckenberg-Berufskolleg lernten sie nicht nur mögliche berufliche Tätigkeitsfelder kennen, sondern erfuhren auch viel über weitere Schulabschlüsse mit berufsbezogenem Schwerpunkt.

Als gewerblich-technische Schule mit einem starken gesundheitlich-sozialen Zweig ist am Reckenberg-Berufskolleg in Rheda-Wiedenbrück nicht nur die duale Berufsschulausbildung zahlreicher Berufe beheimatet. Auch jegliche Schulabschlüsse im Vollzeitunterricht – angefangen von Haupt- und Realschulabschluss über das Fachabitur bis hin zum dreijährigen Vollabitur am Beruflichen Gymnasium – können erworben werden. Verschiedene Bildungsgänge, z.B. aus den Bereichen Metall-, Versorgungs- und Gebäudetechnik, Bau- und Holztechnik Holz und Bau, Kinderpflege und Sozialassistenz, Gesundheit und Soziales, Ernährungs- und Versorgungsmanagement sowie Gestaltung bieten bereits erste berufspraktische Ausrichtungen mit speziellen Unterrichtsfächern. In Gruppen aufgeteilt erlebten die Gastschülerinnen und –schüler der beiden Haupt- und Gemeinschaftsschulen praxisbezogenen Unterricht. In der Maler- und Gestaltungswerkstatt fertigten sie beispielsweise Postkarten in verschiedenen Maltechniken oder falteten und schnitten filigrane Pop-Up-Karten. Wie man Schieferplatten auf Faserzementplatten nagelt und auf diese Art ein Dach eindecken kann, erprobten die Jugendlichen unter fachlicher Anleitung im Baubereich des Berufskollegs. Stiftehalter aus Kupferrohr wurden in den Räumlichkeiten der Versorgungs- und Gebäudetechnik gebastelt. Dabei lernten die Schülerinnen und Schüler auch den korrekten Umgang mit Spezialwerkzeugen. Um das fachgerechte Wickeln eines Babys ging es zur gleichen Zeit im Bereich der Kinderpflege. Und im Küchentrakt des Berufskollegs wurden über hundert herzhafte und süße Waffeln mit Dip und Schlagsahne von den Ketteler- und Matthias-Claudius-Schülern zubereitet. Die abschließende Bewertung des „Schnuppertages“ fiel bei den Zehntklässern durchweg positiv aus. Mithilfe einer Zielscheibe konnte jeder Jugendliche die verschiedenen Angebote der Fachlehrer und des Beratungsteams am Reckenberg-Berufskolleg bewerten. Und in fast allen Fällen traf der Klebepunkt, den jeder Schüler setze, ins Schwarze. Auch die begleitenden Lehrerinnen der Kettelerschule und der Matthias-Claudius-Schule stellten fest, wie wichtig es sei, dass die Jugendlichen sich ausprobieren könnten, um so zu erfahren, was ihnen beruflich Spaß machen könnte und ihnen liege.

Arbeiten Hand in Hand: Fachlehrer Guido Grunden vom Reckenberg-Berufskolleg, Schüler Tuna Demirezen (16) und Kevin Brüggemann (Dachdecker-Auszubildender im 2. Ausbildungsjahr)
Stefan Gert (16) und Nils Schubert (15), beide in der zehnten Klasse der Ketteler-Hauptschüler, beim Bau eines Stiftehalters aus Kupferrohr
Fachlehrer im Bereich Versorgungstechnik Stefano Bussolan erklärt am „Schnuppertag“ Zehntklässlern der Mathias-Claudius- und Kettelerschule den fachgerechten Umgang mit Spezialwerkzeug.

Suche