Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage – Ein Europaprojekt: Engagement auf besondere Art und Weise

Im Zuge des jährlichen Europatages am 08. Mai 2018 veranstaltete das Reckenberg Berufskolleg auch in diesem Jahr wieder Projektwochen, in denen sich Schülerinnen und Schüler freiwillig engagieren und den Tag selbst mitgestalten konnten. Anlässlich der Verleihung des Titels „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ lag dieses Jahr das Thema „Rassismus in europäischen Ländern“ im Fokus. Denn auf Grund der vielfältigen Migrationshintergründe an unserer Schule wollen auch wir weiterhin eine Schule ohne Rassismus.

Zahlreiche Schülerinnen und Schüler des Beruflichen Gymnasiums, der Fachoberschule und der Internationalen Klassen meldeten sich an, um sich an diesem besonderen Projekt freiwillig zu beteiligen. Die Vorbereitungen fingen am Freitag, den 20. April 2018 an. Von da an hatten wir drei Wochen, jeweils den Freitag Zeit, um unseren Teil des Projektes ganz persönlich und nach unseren Vorstellungen gestalten zu können. Nachdem wir uns in kleinen Gruppen eingefunden und uns die unterschiedlichen Länder in Europa ausgesucht haben, über dessen Ausprägungen bezüglich des Rassismus wir berichten wollten, ging es auch schon direkt ins Eingemachte.

Wir recherchierten im Internet über das entsprechende Land und erhielten viele Informationen, erschreckende Fakten und Artikel, die uns zum Thema „Rassismus“ zum Nachdenken angeregt haben. Nach den drei Wochen der Vorbereitung kam dann nun endlich der Tag der Präsentation mit insgesamt sieben Gruppen, die in den drei Wochen alles getan haben, um ihre Recherchen und Ansichten angemessen vor dem Publikum zu präsentieren. Die Vorführungen bestanden aus zwei Durchläufen mit einem jeweils unterschiedlichen Publikum. Auf der Bühne der Aula wurden kreative Arbeiten jeder Gruppe gezeigt. Während der Vorbereitungszeit wurde nämlich nicht nur recherchiert, sondern es wurden Videos gedreht, Passanten wurden zum Thema interviewt, Aufführungen zu aktuellen Themen wurden erarbeitet und als Theaterstück bzw. Sketch aufgeführt.

Nach einer besonders herzlichen Moderation von zwei Schülern aus dem Beruflichen Gymnasium stellte die erste Gruppe ihre Aufführung vor. In passenden Outfits und einer Fotocollage im Hintergrund, wurde eine Situation dargestellt, in der ein tschechisches Mädchen von fremden niedergemacht und durch Zivilcourage unterstützt wurde.

Die zweite Gruppe mit Frankreich als Thema, präsentierte eine umfangreiche Power-Point-Präsentation über Ihre Umfrage, die sie während der Vorbereitungszeit durchgeführt und ausgewertet haben.

„Deutschsprachige Länder“ war das Thema der dritten Gruppe. Diese stellte ebenfalls eine Präsentation über allgemeine Fakten vor und arbeiteten an einer eigenen Internetseite mit Artikeln, Videos und Kommentaren rundum das Thema „Rassismus“.

Die Gruppe „Holland“ überzeugte mit einem selbst gedrehten Video-Tagebuch. Die Gruppe ist im Rahmen des Projektes nach Holland gereist und hat vor Ort Passanten für ein Interview befragt, inwieweit der Rassismus in den Niederlanden ausgeprägt ist.

Die fünfte Gruppe „Spanien vs. Portugal“ stellte den Rassismus in Portugal und Spanien gegenüber. Sie befragten Angehörige, die aus diesem Raum kommen, ob sie Rassismus erlebt haben und stellte das Interview mit den teils humorvollen Aussagen mithilfe eines Videos dar.

Die sechste Gruppe befasste sich mit den Konflikten Kurden und Türken, sowohl aus historischer Perspektive als auch bezüglich der aktuellen Situation. Auch diese Gruppe befragte Passanten und stellte dessen Aussagen in einem Video dar.

Die letzte Gruppe beschäftigte sich mit England und stellte in ihrem Video die englische Presse auf eine satirische Weise in Form von Breakingnews dar.

Nachdem die Präsentationen erfolgten und die Moderatoren die letzten Dankesworte loswurden, verwiesen sie auf die Infostände im hinteren Teil der Aula. Dort hat jede Gruppe die für sie wichtigsten Informationen zum jeweiligen Land anschaulich auf Plakaten und Stellwänden dargestellt. Diese konnten begutachtet werden und bei Fragen oder Anregungen waren die Mitglieder der Gruppe stets zur Stelle.

Für uns war diese Projektwoche eine wertvolle Erfahrung. Die große Teilnehmerzahl, das freiwillige Engagement und die zahlreichen Stunden, die diesem Thema und diesem Projekt gewidmet wurden, und vor allem auch die vielen zusätzlichen Stunden, die außerhalb der Schulzeit damit verbracht wurden, um dieses Projekt lohnenswert zu machen, zeigen in jeder Hinsicht, dass unsere Schule ihren Preis als „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ auf jeden Fall verdient hat. Hiermit möchte ich auch meinen ganz persönlichen Dank an alle Schülerinnen und Schüler, die an diesem Projekt teilgenommen haben, und natürlich auch an die Lehrer Herrn Bandic und Frau Lüffe, die dieses geleitet und uns unterstützt haben, aussprechen.

Das Europa-Projekt, und besonders in diesem Jahr mit dem Thema „Rassismus“, ist ein lohnenswertes Projekt mit einem wichtigen Thema, was auch in der heutigen Zeit nicht oft genug angesprochen werden kann. Den Schülerinnen und Schülern wird die Möglichkeit geboten, sich an solch wichtigen Themen kreativ zu beteiligen, eigene Meinungen weiter auszubauen und eigene Werte und Ansichten zu vertreten. Aus diesem Grund freue mich bereits jetzt schon auf das Projekt im nächsten Jahr.

Sarah Nordemann (Schülerin der WGYU2)

Moderation durch Anna-Katharina Bünte und Max Wittreck

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