Europatag am Reckenberg-Berufskolleg: Islam und Christentum im fachlichen Dialog

Konstruktiv miteinander diskutiert, wirklich etwas gelernt, gemeinsam für alle etwas auf die Beine gestellt – in aller Kürze zusammengefasst lässt sich der diesjährige Europatag am Reckenberg-Berufskolleg ganz schnell auf einen Nenner bringen. Die Schülerinnen und Schüler der Internationalen Klassen, des Beruflichen Gymnasiums und der Fachoberschule präsentierten am vergangenen Mittwoch ihren Mitschülerinnen und Mitschülern Arbeitsergebnisse eines Workshops zum Thema Islam und Christentum in Europa.

Aufbereitet an sieben Stationen gab es jede Menge Informationen zu Festen und Feiertagen in beiden Religionen, Glaubensgrundsätzen, Fastenritualen, eine eigene kleine Zeitung über den Islam als Religion des Friedens oder zur Stellung von Frau und Familie. Die Jugendlichen gingen auch unbequemen Fragen nach, wie etwa ob das Christentum wirklich immer Frieden und der Islam Krieg bedeute? Ganz klar wurde: Die Weltreligion Islam hat mit der Terrororganisation Islamische Staat nichts zu tun. Es wurde auch aufgezeigt, wie man eigentlich Christ oder Muslim werden kann, wenn man konvertieren will. „Gerade gegenüber dem muslimischen Glauben gibt es nach wie vor Ressentiments. Ziel dieses Tages ist es gewesen, Transparenz zu schaffen und durch mehr Wissen über die jeweils andere Religion Ängste und Vorurteile abzubauen“, fasst Fachlehrer Daniel Bandic zusammen. Es sei wichtig, dass in der Schule Themen fachgerecht aufgegriffen würden, über die die Jugendlichen auch in ihrer Freizeit sprechen.

Zum Abschluss des Europatages am Reckenberg-Berufskolleg diskutierten zahlreichen Schülerinnen und Schüler in einem interreligiösen Austausch mit zwei Fachleuten, die sich in ihrer jeweiligen Religion wirklich gut auskennen. Jo la Gro, Pfarrer beim Ev. Kirchenkreis Gütersloh und im Religionsunterricht an Berufsschulen tätig, und Cemil Sahinöz, Soziologe und als Imam in verschiedenen Moscheen tätig, stellten sich den Fragen ihrer jugendlichen Zuhörer.

Schülerinnen und Schüler des Reckenberg-Berufskollegs am Europatag im gemeinsamen Austausch über die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der beiden Weltreligionen Islam und Christentum.

Führten einen spannenden interreligiösen Dialog: Schülerinnen und Schüler, Organisatoren und Referenten am Europatag des Reckenberg-Berufskollegs. Die beiden Referenten Cemil Sahinöz (2.v.l.) und Jo la Gro (7.v.l.), verantwortliche Fachlehrer Kristina Lüffe (1.v.l.), Christian Jasper (2.v.r.) und Daniel Bandic (4.v.r.) mit Schülerinnen und Schülern.

Artikel aus "Die Glocke", Donnerstag, den 05. Mai 2016

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