Freisprechung 2014

 

"Ein Abschluss mit hoher Bedeutung" 

Ein Bericht von Waltraud Leskovsek für die Lokalpresse 

64 Auszubildende im Tischlerhandwerk der Innung Gütersloh wurden jetzt in der Aula des Reckenberg-Berufskollegs freigesprochen. "Ich spreche euch frei von den Pflichten eines Auszubildenden und erkläre euch nun offiziell zu Gesellinnen und Gesellen", sagte Obermeister Jürgen Soetebier.
Nachdem sie die Freisprechung wegen des WM-Fußballspiels vorverlegt hatten, konnte der Obermeister pünktlich um 18 Uhr alle Gesellen sowie deren Familien oder Freude mit der Möglichkeit das Spiel zu verfolgen ins Tischlerbildungszentrum einladen. 
In seiner Ansprache dankte Soetebier insbesondere den Fachlehren des Reckenberg-Berufskollegs, die sich über das Maß hinaus engagiert hätten und den Auszubildenden in vielen Fragen und auch bei Gestaltung ihres Gesellenstückes zur Seite gestanden hätten. Er meinte, dass für die Auszubildenden jetzt das Finale bereits erreicht sei. "Sie haben einen Abschluss, auf den Sie stolz sein können, denn Handwerk hat in Deutschland aber auch im benachbarten Europa einen sehr hohen Stellenwert." Jedes Ende würde für einen Neuanfang sorgen. Aus den ehemals Auszubildenden würden Weiterzubildende, denn eine Weiterbildung sei heute wichtiger denn je.
Der stellvertretende Bürgermeister der Stadt Rheda-Wiedenbrück, Norbert Flaskamp, überbrachte die Glückwünsche von Rat und Verwaltung. Auch er gab den Tipp, aus dem Gesellenbrief nun etwas zu machen, "denn Deutschland braucht ein starkes Handwerk."
Schulleiterin des Reckenberg-Berufskollegs Elke Brost verglich die Ausbildung mit einem Kapitel in einem Buch. "Das erste Kapitel im Buch Beruf ist abgeschlossen. Gestalten Sie jetzt das nächste und sammeln sie vor allen Dingen Erfahrung, denn ohne die geht es nicht", betonte sie. Weitere Kapitel könnten heißen Meisterschule, Studium, Techniker oder Auslandsaufenthalt. Sie wünschte den jungen Frauen und Männern immer die nötige Portion Glück, denn das braucht jeder manchmal. "Wir waren Ihre Lektoren im Kapitel Ausbildung". Lehrlingswart Gerd Birkenhake bedankte sich bei allen Partnern, die sehr gut Hand in Hand für eine gute Ausbildung der jungen Absolventen gearbeitet haben. Glückwünsche überbrachte auch Udo Schwedes als Leiter des Tischlerbildungszentrums, der meinte: "Ich bin stolz auf euch".
 

Von den 64 Prüflingen haben im praktischen Teil fünf Prüfungsteilnehmer mit sehr gut gestanden und 24 mit der Note gut. Schriftlich haben fünf die Note gut erreicht. Die Prüfungsbesten waren Daniel Achterberg, Werther (Fa. Schwarze, Werther), Johanna Beerhues, Langenberg, (Lignatus, Langenberg), René Herzog, Schloß Holte-Stukenbrock (Fa. Eikenbusch, Stephan Junker, Verl (Nobilia Werke, Verl), Andreas Künne, Gütersloh (Tischlerei Temme, Gütersloh), Dominik Mose, Wadersloh (Fa. Grauthoff Türengruppe, Rietberg), Robin Sudbrock, Rietberg (Fa. Sudbrock, Rietberg).

Ein Name fiel bei der Freisprechung der Gesellen im Tischlerhandwerk am Freitagabend besonders häufig: Johanna Beerhues aus Langenberg (Ausbildungsbetrieb Lignatus Wohnmanufaktur Langenberg) hat ihre Prüfung in der praktischen Note mit sehr gut bestanden, theoretisch mit gut, hat einen ersten Platz beim Wettbewerb "Die Gute Form" geholt und bekam nun zusammen mit ihrem Mitstreiter Stephan Junker aus Verl (Nobilia Werke, Verl) den Johann-Heinrich-Riesener-Preis 2014 verliehen. Der Preis wird in der Innung Gütersloh an die Prüflinge mit dem besten praktischen Gesamtergebnis verliehen. 

Der mit 150 Euro dotierte Preis erinnert an den 1734 in Gladbeck geborenen Kunsttischler Johann Heinrich Riesener, der es bis zum Kunstschreiner am königlichen Hof in Frankreich geschafft hat. Seine Möbel sind auch heute noch in einigen Schlössern zu sehen.  

 

© 2014 Neue Westfälische
07 - Gütersloh, Donnerstag 10. Juli 2014

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