In Estland arbeiten alle Schulen mit Tablets und W-Lan

Gemeinsames Projekt „Europa macht Schule“ am Reckenberg-Berufskolleg mit Germanistikstudentin aus Osteuropa.

Estland, im Nordosten Europas gelegen, kennen viele Jugendliche nur von der Landkarte. Die Schülerinnen und Schüler der Mittelstufe des beruflichen Gymnasiums am Reckenberg-Berufskolleg in Rheda-Wiedenbrück wissen über den kleinen Staat an der Ostsee nun ganz genau Bescheid. Im Rahmen des von der EU geförderten Projektes „Europa macht Schule“ gestaltete die estnische Studentin Kätlin Heinross in den letzten Wochen Unterrichtseinheiten im Deutsch-Leistungskurs des Berufskollegs.

Die Sprache war dabei kein Hindernis. Kätlin Heinross, die derzeit die Universität Bielefeld für ein Gastsemester besucht, studiert in Tallin, der Hauptstadt Estlands, Germanistik. Bereits in der Schule war das Fach Deutsch ihre erste Fremdsprache. Bei einem Auftakttreffen mit Deutschlehrer Daniel Bandic im Dezember an der Universität Bielefeld war das gemeinsame Unterrichtsprojekt schnell gefunden. Kätlin Heinross erarbeitete gemeinsam mit der zwölften Klasse des beruflichen Gymnasiums für Erziehung und Soziales im das Thema „Estland als E-Land.“ Die Schülerinnen und Schüler erfuhren beispielsweise, dass Estland im Bereich der Neuen Medien im Vergleich zu Deutschland sehr fortschrittlich ist. Das alltägliche Leben läuft dort größtenteils digital ab – ob beim Bestellen eines Taxis, beim Ziehen eines Parktickets oder digitale Wahlen. Auch der Präsident von Estland betreibt starkes Social Networking und postet alle aktuellen politischen Ereignisse und Neuigkeiten. Und was Kätlin Heinross noch berichtete: Skype als Medium der Videotelefonie wurde in Estland erfunden. Was die Klasse am Reckenberg-Berufskolleg ebenfalls in Erstaunen versetzte: Alle Schulen in Estland, beginnend von der ersten Klasse an, benutzen täglich Tablets und W-Lan im Unterricht und fördern so den selbstverständlichen Umgang mit Neuen Medien und eine weltweite Vernetzung. Die Teilnehmer des Deutsch-Leistungskurses hinterfragten und diskutierten ausführlich Chancen und mögliche Risiken, die die rasante Digitalisierung mit sich bringt und auch das Tempo, in dem verschiedene Länder diese Digitalisierung fördern.

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