Erzieherausbildung im Anerkennungsjahr

Die Lokalzeitung "Neue Westfälische" berichtet am 15. Oktober 2014 über Lisa Bokel, einer Schülerin aus der Fachschule für Sozialpädagogik am Reckenberg-Berufskolleg, die ihr Berufspraktikum im Schuljahr 2013/14 in einer Gütersloher Tageseinrichtung für Kinder absolviert hat. 

Hier werden nicht nur die Papiere bemalt: Lisa Bokel (Mitte) mit den Kindern Josephine und Greta.

Jeder Tag ist ein Abenteuer


Gütersloh (NW/gpr). Erbsen ernten, Kräuter schnuppern oder im Lehm stampfen: Die Kinder der Kindertagesstätte am Müthers Kamp spielen am liebsten draußen. Auch Lisa Bokel, Praktikantin im Annerkennungsjahr für den Beruf der Erzieherin, liebt die Abenteuer in der Natur. Ob im Bauwagen, im Gemüsegarten, im Sand- und Wasserbereich oder an der Baustelle: "Mit den Kindern kann man sich jeden Tag auf den Weg machen und Neues entdecken", sagt die 22-Jährige.

Draußen zu spielen, das war auch in ihrer Kindheit das schönste Erlebnis. Diese Erinnerungen vermittelt sie gerne weiter. Es sind Kleinigkeiten, die begeistern und glücklich machen. Die Schnecke, die man entdeckt und deren Spur man verfolgen kann. "Die Kinder können draußen besonders gut selbständig agieren", sagt Bokel. Ein Tee, selbst zubereitet aus den Kräutern des Gemüsegartens, schmeckt gleich viel besser. Auch bei der Ernte von Erbsen, Bohnen und Erdbeeren aus dem Hochbeet sind die Kinder mit Eifer dabei.

Ob drinnen oder draußen: Lisa Bokel war von dem pädagogischen Konzept in der städtischen Kita Müthers Kamp überzeugt. Die 42 Kinder im Alter von zwei bis sechs Jahren werden in Gruppen, denen ein Bildungsschwerpunkt zugeordnet ist, betreut. Sie können sich jede Woche für ein Thema entscheiden. Entweder - wann immer es das Wetter zulässt - draußen an der frischen Luft oder im Kreativ-, Bewegungs-, Sprach- oder U3-Bereich. "Die Kinder haben dadurch die Möglichkeit, intensiver an einer Sache zu bleiben und an das Spiel vom Vortag anknüpfen zu können", sagt Kita-Leiterin Angelika Testas-Rodrigues. Auch verbessere der Einsatz in den einzelnen Themenbereichen die Möglichkeit, die Entwicklung und Fortschritte der Kinder einzuschätzen.

Die Entscheidung, Erzieherin zu werden, bereut Lisa Bokel nicht. Nach dem Abitur in Verl standen ihr viele Wege offen. Von ihrer Mutter, die selbst als Erzieherin arbeitet, hatte sie bereits einiges mitbekommen. Auch als Schulpraktikantin hatte sie in einer Kita Erfahrungen gesammelt.

Lisa Bokel strahlt, wenn sie mit den Kindern auf Entdeckungsreise geht. Auch im Team der sechs Mitarbeiter ist sie gut angekommen und freut sich über die Unterstützung. "Es macht Spaß, gemeinsam Projekte umzusetzen", sagt Lisa. Aktuell ist das die neue Gestaltung des Sprachraums. Als offen und freundlich empfindet sie auch den Kontakt zu den Eltern, die jetzt schon fragen: "Bleibst du denn hier?" Lisa Bokel hat gerade ihre Prüfung mit "Sehr gut" bestanden.

 

 

 

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