Training zur Konfliktfähigkeit - Ausbildungsabbrüche vermeiden

Immer wieder brechen Schülerinnen und Schüler ihre Ausbildung ab. Mitunter auch noch im letzten Ausbildungsjahr, kurz vor der Prüfung. Schuld sind oft Missverständnisse und Unstimmigkeiten in den Betrieben, die frühzeitig hätten gelöst werden können.

Um solche Situationen gar nicht erst entstehen zu lassen, wurde in den Unterstufen der Maler- und Lackiererausbildung ein Training zur Förderung der Konfliktfähigkeit durchgeführt, denn gerade die Ausbildung zum Maler oder Lackierer weist eine sehr hohe Abbruchquote auf.

Die Projekttage bestanden aus mehreren Etappen:

Angefangen mit einem Brainstorming  sammelten die Auszubildenden mögliche Konfliktfälle und –ursachen während der Ausbildung und bildeten Oberbegriffe. Hier zeigte sich, wie oft die Schülerinnen und Schüler selbst schon Konflikte erlebt hatten.

Anschließend organisierten sich die Schüler in Kleingruppen und analysierten Filmbeiträge, in denen unterschiedliche Ausbildungsberufe gezeigt wurden. Die Filmsequenzen zeigten verschieden Konfliktfelder auf, die in einem Ausbildungsverhältnis sowohl auf Seiten des Auszubildenden als auch auf Seiten des Ausbilders entstehen können.

Wichtiges Fazit an dieser Stelle für die Schülerinnen und Schüler:

Konflikte schaukeln sich auf, da beide Seiten häufig der Meinung sind, im Recht zu sein und das klärende Gespräch mit dem anderen nicht suchen.

Im nächsten Schritt legten die Auszubildenden fest, auf welche Art und Weise mit diesen aufgetretenen Kontroversen umgegangen werden könne, denn Ergebnis der Tage sollte auch sein, konkrete Handlungsmöglichkeiten für den Fall der Fälle zu besitzen.

Eine Gruppe erstellte Comics, die das Entstehen von Konflikten bildnerisch veranschaulichte.

Die fehlenden Wochenzettel
Persönliche Probleme

Eine weitere Gruppe führte eine Befragung zur Arbeitszufriedenheit von Auszubildenden durch. 180 Schüler konnten befragt werden, das sind 15% der Berufsschüler des Reckenberg-Berufkollegs.

Die dritte Gruppe erstellte einen Internetblog, in dem Auszubildende Fragen rund um das Thema Ausbildung stellen konnten und Tipps und Unterstützung erhielten.

Die vierte Gruppe gestaltete eine Talkshow mit den Rollen der Ausbilder und der Auszubildenden, die ihre Probleme aber auch Erwartungen erläuterten und ins Gespräch gingen.

Am 31. Januar 2014 präsentierten die Schülerinnen und Schüler ihre Ergebnisse den Teilnehmern des Arbeitskreis „Ausbildungsabbrüche vermeiden“.

Erste Reihe (v. l.): Jens Uwe Pape (Kreishandwerkerschaft), Hans-Joachim Rost (IHK), Brigitte Steinmann (Bertelsmann), Heike Zarling (Agentur für Arbeit), Kathrin Adämmer (Kreis Gütersloh), Michael Kaiser (IHK), Elke Brost (Reckenberg-Berufskolleg) und Jörn Leveling (Obermeister Maler- und Lackiererinnung).

In Anschluss an die Maler- und Lackiererauszubildenden soll das Konflikttraining in Zukunft auch in anderen Ausbildungsberufen an der Schule durchgeführt werden.

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